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Remote Pair Programming

Beim Pair Programming arbeiten zwei Softwareentwickler am gleichen Arbeitsplatz gemeinsam an einem Code. Das Ziel dabei ist, dass beide Experten gleichberechtigt ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Ideen in die Entwicklung einbringen, um so die Qualität des Codes zu steigern. Aber funktioniert das auch in verteilten Teams? Ganz klar: ja! Wir setzen die Methode bereits seit einiger Zeit erfolgreich zusammen mit unseren Kunden ein. Was es dabei zu beachten gibt, erklärt unser Kollege Dennis in einem kurzen Erfahrungsbericht.

In vielen Unternehmen liegen Kompetenzen in sogenannten Skill-Silos vor - so auch bei einem unserer Kunden. Um dieses Problem zu lösen, haben wir uns für die agile Methode des Pair Programming entscheiden, bei der zwei Programmierer gemeinsam im Tandem an einem Arbeitsplatz arbeiten. Diese Vorgehensweise haben wir um einen Ansatz ergänzt, den wir "Sprint Buddies" nennen. Die Idee dahinter: Zwei Entwickler finden sich für einen Sprint (der bei uns zwei Wochen dauert) zusammen und bearbeiten gemeinsam Tickets, die zu ihren jeweiligen Kompetenzgebieten passen. Wir testen diese Idee bereits seit einigen Wochen im Projekt - zunächst vor Ort, jetzt remote in verteilten Teams. Die Dos und Don'ts für erfolgreiche Sprint Buddies im Remote Pair Programming habe ich hier zusammengefasst.


Wenn man et­was ge­mein­sam de­signt, soll­te man auf Tools zu­rück­grei­fen, die ein gleich­zei­ti­ges Be­ar­bei­ten er­mög­li­chen und eine ge­teil­te Dar­stel­lung zei­gen.


 

Dos

  • Abstimmen, in welchem Zeitraum und wie lange gepairt werden soll bzw kann. Pairing ist anstrengend und sollte deshalb zu Beginn in kürzeren Phasen erprobt werden.
  • Persönliche Präferenzen wie Codingstyle, Schriftgröße, Farbeinstellung etc. klären.
  • Keine allzu ungewöhnlichen Setups wie Keybindings oder eigene Shortcuts benutzen.
  • Wenn nötig, ein Programm zur Anzeige von gedrückten Steuerungstasten und Shortcuts verwenden.
  • Meetings entweder gemeinsam besuchen oder so planen, dass der Partner allein gut weiterarbeiten kann.
  • Pausen beachten: Gerade beim Remote Pairing besteht die Gefahr, die Zeit zu vergessen (es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass das Mittagessen etwas verspätetet stattfand)
  • Auch kleine Siege feiern. So könnt ihr mit frischer Energie den nächsten Schritt gehen.

Don'ts

  • Für die Arbeit irrelevante E-Mails und Chat-Nachrichten lesen oder Telefonate führen.
  • In den Kommandier-Modus verfallen ("Mach die Datei auf...", "Schreib nun console, punkt, log...", "Tippe Steuerung und O..." etc.).
  • Schnelles Scrollen. Vor allem in längeren Dateien oder mit einer langsamen oder instabilen Internetverbindung führt dies zu Problemen. Springt lieber zu den relevanten Stellen oder klappt irrelevante Inhalte ein.
  • Den Flow des Partners unterbrechen. Falls euch etwas auffällt: Wartet 5 Sekunden, bevor ihr es erwähnt. So gebt ihr eurem Partner die Chance, Fehler oder Unachtsamkeiten selbst zu bemerken. Plant größere Vorhaben oder weiterführende Schritte und schreibt sie nieder, um ebenfalls nicht aus dem Flow zu kommen.
  • Aktive Zeit ungerecht verteilen. Niemand sollte sich "an das Keyboard klammern" oder "die Maus beschlagnahmen".

Ver­sucht, die best­mög­li­che Au­dio-Er­fah­rung be­reit­zu­stel­len, so­wohl für euch selbst als auch für eu­ren Part­ner. Bei ei­ner lau­ten Um­ge­bung sind Noi­se-Can­cel­ling-Kopf­hö­rer von Vor­teil.


 

Nützliche Tools

Bisher habe ich sowohl Slack als auch Zoom für das Pairing benutzt. Wichtig erschien mir dabei die Funktion, dass man den geteilten Bildschirm „kommentieren“ kann. Beide Tools haben diesbezüglich verschiedene Vorteile: Bei Slack werden Zeichnungen automatisch gelöscht, Zoom wiederum hat eine "Push-To-Talk"-Funktionalität, bei der eine gedrückte Leertaste die Mikrofon-Übertragung aktiviert. Wenn man etwas gemeinsam designt, sollte man auf Tools zurückgreifen, die ein gleichzeitiges Bearbeiten ermöglichen und eine geteilte Darstellung zeigen.

Hilfreiche Hardware

Was sich als sehr wichtig herausgestellt hat: Versucht, die bestmögliche Audio-Erfahrung bereitzustellen, sowohl für euch selbst als auch für euren Partner. Bei einer lauten Umgebung sind Noise-Cancelling-Kopfhörer von Vorteil. Ebenso solltet ihr auf ein Dauersenden verzichten und das Mikrofon nur dann aktivieren, wenn nötig. Generell ist die Benutzung eines Headsets zu empfehlen. Im Laptop integrierte Mikrofone liefern meist nicht die beste Qualität oder sind zu nah am Keyboard angebracht, was dafür sorgt, dass alle Tastenanschläge (teils sehr laut) mitübertragen werden. Ein zweiter Bildschirm, auf dem separat die Webcam-Kommunikation stattfindet, ist ebenfalls von Vorteil: Wenn ihr gerade einmal nicht am Implementieren seid, ermöglicht dies ein besseres "Face-to-Face-Erlebnis" bei Diskussionen und der Ideenfindung.

Zuletzt noch ein Hinweis: Wie so oft gibt es nicht den einen, richtigen Ansatz für erfolgreiches Remote Pairing. Viele Faktoren und Stellschrauben beeinflussen die Zusammenarbeit: Style, Betriebssystem, Persönlichkeit, Internetverbindung, Aufgaben, Umfeld etc. Wenn das Pairing nicht zum geplanten Ziel führt oder einer der Beteiligten damit kein gutes Gefühl hat, sollte man mit Reflektionen, Diskussionen und Korrekturen gegensteuern und offen über Vorstellungen und Probleme sprechen. Denn auch das Pairing ist ein Skill, der durch Übung und die richtige Umgebung verbessert werden kann. Also gebt besonders am schweren Anfang nicht auf und bleibt am Ball…und natürlich gesund.

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