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20 Jahre Regulierung des europäischen Energiemarktes

Bis in die 1990er Jahre waren die Energiemärkte der EU-Mitgliedsstaaten von vertikal integrierten Energiemonopolen geprägt. Unterschiedliche nationale Vorschriften behinderten den Wettbewerb auf den nationalen Energiemärkten. Den ersten Schritt auf dem Weg zur Marktöffnung ebnete das Erste Energiebinnenmarktpaket von 1996. Mit dem Third Party Access wurde der Handel mit Strom und Gas von dessen Verfügbarkeit innerhalb eines Netzes entkoppelt und ermöglichte so erstmals den Wettbewerb trotz des bestehenden Netzmonopols. Ergänzende Regelungen für die vollständige Liberalisierung des Energiesektors enthielt das Zweite Energiebinnenmarktpaket von 2003. Mit der Einführungspflicht der Entflechtung (Unbundling) von Netzen und Vertrieb bei Energieversorgungsunternehmen wurden weitere Wettbewerbsnachteile beseitigt. Die Energiepakete öffneten somit die Gas- und Strommärkte der EU-Mitgliedsstaaten für neue Anbieter und ermöglichten den Geschäfts- und Privatkunden die freie Wahl des Anbieters.

Trotz der beiden Richtlinien führten die ersten beiden Reformen zu keiner grenzüberschreitenden Integration und Harmonisierung der Vorschriften in den EU-Mitgliedsstaaten. Den Energiemärkten fehlten ein gemeinsamer Rechtsrahmen und einheitliche Regeln. Entsprechende Korrekturmaßnahmen wurden im Dritten Energiebinnenmarktpaket von 2007 getroffen, diesmal mit der Wahl der Verordnung (Regulation) als verbindliches Rechtsinstrument, die keinen Umsetzungsspielraum mehr lassen sollten. So enthält das dritte Energiepaket der EU Verordnungen über Netzzugangsbedingungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel und Bedingungen für den Zugang zu den Erdgasfernleitungsnetzen. Festgelegt wurden beispielsweise Entgelte, die Vermarktung von Kapazitäten, das Managen von Engpässen, die Bilanzierung als auch die Veröffentlichung von Informationen durch die Einführung von sogenannten Netzkodizes. Um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den nationalen Regulierungsbehörden zu fördern und zu überwachen, wurden zudem die pan-europäischen Regulierungsbehörden ACER und ENTSO gegründet.

Die Vollendung des europäischen Energiebinnenmarktes verzögert sich weiterhin. Sowohl ungenaue Beschreibungen bei der Einführung der europäischen Regularien als auch unrealistische Umsetzungsfristen seitens der EU Behörden führen zu variierenden Übergangsregeln und Mechanismen in den EU-Mitgliedsstaaten. Jedoch ist heute insgesamt eine Harmonisierung der Vorschriften deutlich zu erkennen.

Als langjähriger und fachkompetenter Consulting- und IT-Partner konnten wir Energiemarktteilnehmer im europäischen Markt bei der Umsetzung der regulatorischen Anforderungen unterstützen. Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich bitte an energy(at)exxeta.com oder lesen Sie unseren Fachartikel Harmonisierung: Die europäischen Gasmärkte im Wandel in der Ausgabe 10/2016 in ew, dem Magazin für die Energiewirtschaft.

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